Newsletter November 2018 - Fanarbeit Schweiz
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NEWSLETTER NOVEMBER 2018
NEWSLETTER NOVEMBER 2018
NETZWERKTREFFEN FUSSBALLFANS GEGEN HOMOPHOBIE

Vom 12. bis 14. Oktober fand das Netzwerktreffen von "Fussballfans gegen Homophobie" in Bern statt. Zum ersten Mal fand das europäische Netzwerktreffen in der Schweiz statt, wo sich die Faninitiative "Gemeinsam gegen Homophobie" seit 2014 in der Schweiz gegen die Diskriminierung von Homosexualität im Fussball einsetzt. Das Treffen bot VertreterInnen von Fangruppen, Sportvereinen, Verbänden und Fachorganisationen eine Plattform für Vernetzung und Austausch über Grenzen hinaus.

Am Vormittag vermittelte eine Reihe von Input-Referaten einen Einblick in die Aufklärungs- und Antidiskriminierungsarbeit von verschiedenen Organisationen aus der Schweiz und Deutschland. Die vielseitigen Eindrücke aus den verschiedenen Felder der Aufklärungs- und Antidiskriminierungsarbeit zeigten Wirkung. Inspiriert gingen die Teilnehmenden nach dem Mittagessen in die beiden Transfer-Workshops. Die angeregten Runden diskutierten zusätzliche Möglichkeiten der Antidiskriminierungsarbeit im Breitensport (-fussball) und darüber, was Fans, Faninitiativen und andere fan-nahe Organisationen zu einer Verbesserung der Situation beitragen können.

gemeinsam gegen homophobie

Teilnehmende und Themen

Denn eines wurde überdeutlich: Homosexualität im Fussball wird immer noch marginalisiert. Sowohl im Männer- als auch im Frauenbereich, im Spitzen- und Breitensport. Zweifelsohne sind Entwicklungen sichtbar, doch ist der Fussball in der Schweiz und insgesamt immer noch weit entfernt von einem offenen und gleichberechtigenden Umgang mit Menschen aller Prägungen, Orientierungen und Geschlechter.

Fanarbeit Schweiz setzt sich auch in Zukunft für einen offenen und toleranten Sport ein. Stimmen für Vielfalt und Toleranz und gegen Diskriminierung und Vorurteile sind keine politischen Statements, sondern ein Engagement für die Grundwerte einer offenen und modernen Gesellschaft. Sport ist für alle da!

Mehr zum Thema:
Gemeinsam gegen Homophobie Schweiz
Queer Football Fanclubs Schweiz
Fussballfans gegen Homophobie Deutschland
Fussballfans gegen Homophobie Österreich

ARBEITSBERICHT FANSEMBASSY RUSSIA 2018

Das von Fanarbeit Schweiz organisierte Angebot "Schweizer Fanbotschaft" war auch an der Weltmeisterschaft in Russland 2018 mit einem Team im Einsatz und bot den mitreisenden Nati-Fans Beratung, Information und Unterstützung in allen vier Austragungsstädten an.

Der Arbeitsbericht liefert Impressionen und einen Überblick über die Aktivitäten. Der Bericht liegt ausschliesslich in einer online-Version in Deutsch oder Französisch vor.

Arbeitsbericht deutsch
Rapport de travail français

FHNW FACHSEMINAR

Welche Herausforderungen an einer Grossveranstaltung sind zu beachten? Das Fachseminar "Prävention und Sicherheit bei Grossveranstaltungen" nimmt sich dieser Frage an und vermittelt Wissen in diesem Bereich. Fanarbeit Schweiz wird an diesem Fachseminar einen Input über Kommunikation und Kommunikation mit Szenen einfliessen lassen.

FHNW

Mehr zu der Veranstaltung auf der Seite der Fachhochschule Nordwestschweiz.

VAR DA NICHT NOCH WAS?

Technische Änderungen im Fussball haben es nicht leicht. Der Fussballfan ist grundsätzlich eher nostalgisch veranlagt und schwelgt gerne in Erinnerungen an alte Zeiten, die in dieser Wahrnehmung natürlich meistens viel besser waren. Veränderungen bringen Unruhe in das geliebte Umfeld und zwingt die Protagonisten, sich mit neuen Situationen auseinanderzusetzen. Wahrlich durcheinander gewirbelt hat die Einführung des VAR den Fussball zum Beispiel in unserem Nachbarland Deutschland. Vorbei mit Fussballidyll – willkommen im Zeitalter des Videobeweises. Das technische Hilfsmittel polarisiert den deutschen Fussball. Einerseits wird die Gerechtigkeit des VAR betont, andererseits wird auf den Verlust von Tradition und der Fussballdynamik hingewiesen. Nach einer durchzogenen ersten Saison in der Fussball Bundesliga, folgte der mehrheitlich positiv bewertete Einsatz des VAR an der Fussballweltmeisterschaft in Russland. Mit diesen Erfahrungen wurden die Kritiker praktisch mundtot gemacht – der Erfolg an der WM zeigte ja offenbar klar auf, dass das technische Hilfsmittel funktioniert.

VAR
© FIFA

Mit dem Start in die neue Bundesliga Saison kehrten aber die kritischen Kommentare zurück und der Glaubenskrieg über Sinn und Sinnhaftigkeit des Mittels bestimmte wieder die Diskussionen. In diese Phase fällt nun die Entscheidung der Swiss Football League, dass der VAR auch in der Schweiz in der höchsten Fussball Liga eingesetzt werden soll. Der Mechanismus ist derselbe wie in Deutschland: Empörung auf der einen Seite, grosses Verständnis auf der anderen Seite. Verläuft in Deutschland aber die Diskussion oft über die Wirksamkeit des technischen Hilfsmittels, fokussieren sich in der Schweiz die Kritikerstimmen vor allem auf den Wert der Traditionen. Mit der Einführung des VAR befürchten vor allem die aktiven Fanszenen einen weiteren Verlust des traditionellen Fussballs und einen weiteren Schritt in Richtung kommerzialisierten Fussball. Das Verständnis für die Einführung dieses technischen Hilfsmittels wird mit der sachlichen Argumentation über den Sinn und den Mehrwert wohl kaum gestärkt.

Aus Sicht der Fanarbeit Schweiz kann dieses Thema von den Clubs exemplarisch verwendet werden, um eine tiefere Auseinandersetzung mit den Werten und Normen ihres Vereins zu führen. In Zusammenarbeit mit den Fans könnte an diesem Beispiel erarbeitet werden, für was sich der Verein einsetzen will - für was er stehen will. In diesem Zusammenhang ist es wichtig für die Vereine zu wissen, welche Meinungen und Erwartungen ihre Fans (und damit sind nicht nur die aktiven Fanszenen gemeint) einnehmen.

Die Welt des Fussballs wird sich kontinuierlich weiterentwickeln – je eher sich die Vereine mit ihren eigenen Werten und Normen auseinandersetzen, desto eher können sie die Weichen für die Zukunft stellen und so aus dem Gefühl der Stärke Diskussionen über Entwicklungen im Fussball führen.

DIE WG DER CHAMPIONS
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CH-3012 Bern

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