Newsletter Dezember 2018 - Fanarbeit Schweiz
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NEWSLETTER DEZEMBER 2018
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JAHRESRÜCKBLICK 2018
 

Ja ist denn heut' schon Weihnachten? Ja, ist es - schon wieder - und das heisst, dass wieder ein Jahr mit viel Fussball, Emotionen und unzähligen unvergesslichen Momenten im und ums Stadion hinter uns liegt.

Das Jahr war geprägt von der Fussballweltmeisterschaft in Russland, den emotional geführten Doppleradler Diskussionen, von einem neuen Schweizermeister, von Gewaltvorfällen in Zürich und vielen anderen kleineren und grösseren Geschichten.

Vor allem die Diskussionen rund um die Doppleradlergesten haben gezeigt, dass Fussball und seine Begleiterscheinungen einen wichtigen Stellenwert in unserer Gesellschaft einnehmen. Wann haben wir es das letzte Mal erlebt, dass ein Thema so ausführlich und emotional in der ganzen Schweiz von Jung und Alt diskutiert wurde? Fussball hat eine verbindende und integrative Kraft und löst Emotionen auf und neben dem Platz aus. Nicht immer stossen diese Emotionen auf Gegenliebe, aber ganz sicher lassen diese Emotionen kaum jemanden kalt.

Fanarbeit Schweiz setzte sich auch im Jahr 2018 dafür ein, dass die Emotionen und das Ausleben von einer aktiven und kreativen Fankultur weiterhin ihren verdienten Platz einnehmen können. Gewalt und Sachschäden sind klar abzulehnen und wir müssen uns zusammen dafür einsetzen, dass wir möglichst problemlose Spieltage erleben dürfen. Betont hat Fanarbeit Schweiz im Jahr 2018, dass Einzelvorfälle auch als solche angeschaut und behandelt werden sollen. Der Schrei nach härteren Massnahmen und nach Kollektivstrafen nach solchen Vorfällen ist nicht hilfreich und stellt die buntgemischten Fankurven fälschlicherweise unter Generalverdacht.

Zum Schluss dieses kleinen Rückblicks ein aufrichtiges "Hopp YB" Richtung Bundeshauptstadt. Emotionen hat Bern schon viele erlebt. Was der BSC Young Boys aber mit seinem Meistertitel auslöste, hat diese Stadt und hat dieses Land schon lange nicht mehr erlebt. "Chapeau" liebe Berner – und auf weitere tolle und emotionale Augenblicke.

SUCHE NACH GERECHTIGKEIT

Ende November wurde an der Generalversammlung der Swiss Football League die Einführung des Video Assistant Referee (kurz VAR) beschlossen. Liga und Clubvertreter werden von den meisten Seiten für den innovativen und umsichtigen Entscheid gelobt: Die Gerechtigkeit im Fussball werde (wieder-)hergestellt, tönt es.

Seit Jahrzehnten hat keine andere Neuerung derartigen Einfluss auf das Spiel entwickelt wie es beim VAR der Fall sein wird. Dieser wird Veränderungen bringen, die direkt auf das Spiel wirken: Spielfluss, Emotionen, Hierarchien - scheinbar alles wird sich ab der kommenden Saison verändern.

Sehr wahrscheinlich wird der VAR für mehr Gerechtigkeit im Spiel sorgen, in dem er strittige Szenen objektiv aufklärt. Es ist wie so häufig die Frage nach dem "Preis" den man dafür zahlt. Wer sich ein Bild von einer möglichen Weiterentwicklung des VAR machen will, sei die NFL als Beispiel empfohlen. Mit einem Unterschied: Beim American Football entwickelt sich kein Spielfluss wie wir ihn aus dem Fussball kennen.

Die Kritik über die Einführung des VAR in der Schweiz bleibt dennoch verhalten. Auch im Vorfeld der Generalversammlung regte sich kaum Widerstand. Es scheint, als bestehe in den Stadien Einigkeit darüber, dass der VAR positive Veränderungen bringen wird. Sicherlich nicht die schlechteste Voraussetzung für solch einschneidende Regeländerungen.

BANANENWURF

Aus dem Sektor der Fans des FC Zürich fliegt am 9. Dezember 2018 eine Banane Richtung des Basler Spielers Aldo Kalulu. Eine Szene, wie sie in den 80er und 90er Jahren in Schweizer Stadien öfters zusehen war. Die ultraorientierte Fankultur, die seit Mitte der 2000er Jahre in den meisten Schweizer Fussballstadien den Ton angibt, hat solche Aktionen mehrheitlich aus den Kurven verbannt. Es ist primär diesen aktiven Fanszenen gutzuschreiben, dass Rassismus praktisch komplett aus den Kurven verbannt worden ist. Die "No Politics"-Haltung der Ultras hat dazu beigetragen, hier ein starkes Zeichen zu setzen und eine bunte und vielfältige Fankultur ermöglicht.

Es ist sehr zu hoffen, dass dieser Vorfall ein Einzelfall bleibt und Rassismus weiterhin keinen Platz in unserer Gesellschaft und keinen Platz in unseren Stadien hat. Hierfür sind wir alle gefordert.

"Die Rückkehr der Banane muss uns alle aufrütteln" | Tagesanzeiger vom 11.12.18

UMFRAGE FÜR AUSWÄRTSFANS

Wie auch im letzten Jahr ruft Football Supporters Europe (FSE) alle reisenden Fussballfans dazu auf, ihre Erfahrungen bei Reisen zu internationalen Wettbewerben in der Auswärtsfan-Umfrage mitzuteilen.

Fussballfans sind mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, wenn sie zu europäischen Auswärtsspielen reisen – von kurzfristigen Spielansetzungen über Visa-Probleme bis hin zu Ticketpreisen und dem polizeilichen Vorgehen, das in jedem Land unterschiedlich ist. Um die Situation für Auswärtsfans zu verbessern, hat FSE eine Umfrage konzipiert, anhand derer die Bedingungen in den Auswärtsblöcken geprüft werden sollen.

Hier geht es direkt zur Umfrage: Deutsch | Français | Italiano | English

SCHWERPUNKTE 2019

Fanarbeit Schweiz wird sich auch im kommenden Jahr als nationale Dachorganisation für sozioprofessionelle Fanarbeit für eine bunte, laute und kreative Fankultur einsetzen. Dazu zählt unter anderem die Förderung der Diskussion über fanrelevante Themen wie zum Beispiel die Einführung des Video Assistent Referees (VAR) oder die Entwicklungen im Bereich E-Sports.

Ein weiterer Schwerpunkt für 2019 ist die Forschung zur ultra-orientierten Fankultur als Teil der nationalen Jugendkultur. Begleitend dazu finden in Kooperation mit der okaj zürich verschiedene Workshops mit Fachpersonen und anderen Interessierten zum Thema Fankultur als Jugendkultur statt.

Und nicht zuletzt ist der weitere Auf- und Ausbau von Dialoggefässen eine zentrale Aufgabe von Fanarbeit Schweiz. So sollen ergänzend zu den Bestrebungen in der Romandie und dem Tessin auch im Umfeld von "kleineren" Deutschschweizer Clubs neue Strukturen für den Austausch zwischen Fans, Behörden und Clubs geschaffen und unterstützt werden.

FANBOTSCHAFT
 

Das Fussball-Länderspieljahr endete aus Schweizer Sicht äusserst erfolgreich: Mit dem Gruppensieg in der Nations League qualifizierte sich die Nationalmannschaft für das Finalturnier in Portugal (Final Four). Die besten Mannschaften der obersten "Stärkeklasse" ermitteln im Juni 2019 den ersten Sieger des neuen Turniers. Bereits im März startet die reguläre Qualifikation für die EURO 2020 mit dem Auswärtsspiel gegen Georgien. Die weiteren Gruppengegner sind Dänemark, Irland und Gibraltar.

Damit steht auch für die Schweizer Fanbotschaft (Fans' Embassy) das kommende Fussballjahr im Zeichen dieser Wettbewerbe. Das Angebot wird in bewährter Manier weitergeführt und steht den reisenden Nati-Fans mit Informationen, Beratung und Unterstützung an den Spielorten zur Verfügung. Fanarbeit Schweiz als Trägerin strebt in enger Kooperation mit dem SFV eine qualitative Weiterentwicklung der Fanbotschaft an. Dies geschieht auch im Hinblick auf die Integration in das umfassende Fanbetreuungsprogramm der UEFA für die Endrunde im 2020. Fanarbeit Schweiz ist zuversichtlich, dass die Nationalmannschaft die nötige sportliche Qualifikation dafür schafft und freut sich auf die Qualifikationskampagne im 2019. Hopp Schwiiz!

FUSSBALLFREI!

Zum Jahresende ist es uns wichtig, allen Partnerinnen und Partnern, Freundinnen und Freunde der Fanarbeit Danke zu sagen: Danke für die Unterstützung im 2018 und Euer Engagement für eine bunte, laute und kreative Fankultur in der Schweiz. Wir werden uns auch im nächsten Jahr dafür einsetzen!

Während die Eishockey-Saison langsam ins Rollen kommt, bereitet sich der Fussball in der Schweiz auf den Winterschlaf vor. Die Geschäftsstelle Fanarbeit Schweiz nutzt die fussballfreie Zeit um kurz durchzuatmen. Vom 22. Dezember 2018 bis und mit 6. Januar 2019 bleibt unsere Geschäftsstelle deshalb geschlossen.

Wir wünschen frohe Festtage und einen guten Start ins neue Jahr!

COPA90 AM HAMBURGER DERBY
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Fanarbeit Schweiz

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Pavillonweg 3
CH-3012 Bern

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