„Um Hinweise aus der Bevölkerung wird gebeten – die Internetfahndung in der Schweiz“

Der Jahresbericht 2015 widmet sich dem Thema Internetfahndung. Aus dem Vorwort von Christian Wandeler: „Das Mittelalter hat einige Errungenschaften und Eigenarten hervorgebracht. Neben innovativen Erfindungen wie z.B. der Brille, dem Spinnrad oder der Schubkarre, stand diese Epoche auch für Aberglaube, heidnische Kulte und Folter. Ein beliebtes und oft genutztes Bestrafungselement aus dieser Zeit hat den Weg zurück ins 21. Jahrhundert gefunden : Der Pranger.

Im Mittelalter bestand dieser meistens aus einer Säule mit einer Eisenspange, auf der fehlbare Bürger zur Schau gestellt wurden. Der Pranger stand auf gut besuchten Plätzen, damit die gezielte Häme der Gaffer verstärkt wurde. Das Internet ist in der heutigen Zeit der vergleichbare, gut besuchte Platz und das zur Schau stellen geschieht durch die Veröffentlichung von Bildern vermeintlicher Übeltäter. So die Sichtweise der KritikerInnen. Aber ist das tatsächlich so ? (…)

Im vorliegenden Jahresbericht will die Fanarbeit Schweiz das Thema Internetfahndung beleuchten und der Frage nachgehen, ob diese tatsächlich eher einen Pranger oder doch ein adäquates Fahndungsmittel darstellt. Wir lassen verschiedene Fachleute zu Worte kommen und schliesslich fragen auch wir uns, ob und in welcher Art und Weise die Internetfahndung in Zukunft eingesetzt werden soll.“